Militia Immaculatae

Hl. Maximilian M. Kolbe
 

Betrachtung für den 14. Juni 2021

Liebe Schwestern und Brüder,

heute am 14. Juni denke ich besonders stark an unser Minoritenkloster in Harmeze bei Ausschwitz. Wir gedenken an diesem Tag der Menschen, die vor genau 81 Jahren im ersten Transport nach Auschwitz gebracht wurden. Die polnischen politischen Häftlinge waren auf einmal keine Menschen mehr, sondern nur noch eine Nummer. Unter diesen Menschen war ein großartiger Künstler, Marian Kolodziej, der 50 Jahre später seine «Labyrinthe» in der Unterkirche in Harmeze installiert hat. In diesen Labyrinthen erzählt Marian Kolodziej von dem, was er in Auschwitz erlebt hat: vom Leiden und Sterben Hunderttausender, nur weil sie nicht zu den „Herren“ gehörten. 

In seinen dunklen und schrecklichen Erzählungen scheint aber ein Licht auf, das so hell leuchtet, dass jeder Mensch es sehen muss, egal ob er Täter oder Opfer ist. Dieses Licht ist für Kolodziej P. Maximilian M. Kolbe, der sich entscheidet, sein Leben für einen fremden Menschen hinzugeben. Kolbe stirbt zwar im Hungerbunker, aber er lebt, weil er den Tod, dank des Todes Jesu Christi, besiegt hat. 

Marian Kolodziej war sehr dankbar für das Leben und Zeugnis vom P. Maximilian. Er nannte sich sogar Bruder Marian, als ob er durch P. Maximilian in die Gemeinschaft seiner Brüder aufgenommen worden wäre. Heute, am 14. Juni, sind wir mit Marian Kolodziej wieder dort, wo niemand sein will, in der Hölle auf Erden. Wir sind solidarisch mit allen Opfern der Gewalt und des Terrors. Wir denken an die Kinder und Frauen, die missbraucht wurden und beten um eine friedvolle Welt. Wir beten um Umkehr und Bekehrung der Menschen, die gewalttätig sind. 

In dieser Zeit der Erinnerung an die schreckliche Zeit der Kriege möchte ich P. Maximilian M. Kolbe zitieren und uns die Worte zur Betrachtung nahe legen, die der Heilige seinen Mitbrüdern kurz nach dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges gesagt hat: „Viele von euch werden nie mehr hierher zurückkehren. Ich selbst werde diesen Krieg wohl auch nicht überleben. Doch denkt daran: Liebt die Immaculata und wendet euch in allen Schwierigkeiten immer an sie, sie wird euch gewiss erhören und glücklich durch alle Schwierigkeiten führen.“

Pace e bene, 
P. Hieronim Jopek 


Fürbitten 14. Juni 2021

Auf die Fürsprache der Unbefleckten wollen wir beten:

  1. Für unseren Papst Franziskus, dass er immer die Kraft hat, Zeugnis von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu geben.
  2. Für alle Menschen, die in der Kirche Verantwortung tragen, dass sie selbst in der Wahrheit Gottes stehen.
  3. Für alle Ritter der Unbefleckten, dass sie wie P. Maximilian Kolbe ihre ganze Hoffnung und ihr ganzes Vertrauen auf die Unbefleckte setzen.
  4. Für alle, die Opfer der Kriege und Gewalt sind, dass sie die nötige Hilfe erhalten und von Gott geheilt werden.
  5. Für uns alle, die wir Jesus Christus und seine Mutter Maria lieben, dass wir nie den Weg des Heiles verlieren. 

Gott, Du bist gut und liebst uns, wir bitten Dich erhöre unser Gebet, der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.